Siebengestirn der Plejaden: Astronomie und Mythologie

Kunst, Kultur | Holger Fischer
Siebengestirn der Plejaden: Astronomie und Mythologie

Das Siebengestirn der Plejaden: Wenn Astronomie und Mythologie verschmelzen

Ein Blick in den Nachthimmel eröffnet nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch ein faszinierendes Fenster in die Welt der antiken Mythen.

Offener Sternhaufen im Sternbild Stier

Das sogenannte „Siebengestirn“ der Plejaden zählt zu den bekanntesten Sternformationen am Himmel. Astronomisch handelt es sich um einen offenen Sternhaufen im Sternbild Stier >>, der bereits mit bloßem Auge sichtbar ist und seit Jahrtausenden die Fantasie der Menschheit beflügelt. Heute wird dieser Sternhaufen im Messier-Katalog als M45 geführt. Doch die Plejaden sind weit mehr als ein astronomisches Objekt – sie sind zugleich ein zentrales Motiv der griechischen Mythologie, in der Naturbeobachtung und erzählerische Deutung untrennbar miteinander verbunden sind.

Die Plejaden am Himmel: Ein kosmisches Wahrzeichen

Das Siebengestirn, auch „Sieben Schwestern“ genannt, erscheint als kompakte Ansammlung heller Sterne, die besonders in klaren Herbst- und Winternächten sichtbar sind. Obwohl oft nur sechs Sterne mit bloßem Auge erkennbar sind, spricht die Überlieferung von sieben – ein Umstand, der bereits in der Antike diskutiert wurde. Die Plejaden dienten vielen Kulturen als Zeitmesser und Orientierungspunkt, etwa für landwirtschaftliche Zyklen oder Navigation. Ihre besondere Stellung am Himmel, machte sie zu einem universellen Symbol für Rhythmus, Wandel und kosmische Ordnung.

Die sieben Schwestern der griechischen Mythologie

In der griechischen Mythologie verkörpern die Plejaden sieben Nymphen – Töchter des Titanen Atlas, der das Himmelsgewölbe trägt - und der Okeanide Pleione. Aufgrund ihrer Herkunft werden sie auch „Atlantiden“ genannt. Die Namen der sieben Schwestern lauten Alkyone, Asterope (Sterope), Elektra, Kelaino, Maia, Merope und Taygete. Jede von ihnen ist mit bedeutenden Göttern verbunden und gilt als Mutter wichtiger Gestalten der griechischen Mythologie. So brachte etwa Maia den Götterboten Hermes zur Welt, während Elektra als Stammmutter bedeutender Helden gilt.

Verfolgung, Verwandlung und Unsterblichkeit

Ein zentrales Motiv der Plejaden-Sage ist die Verfolgung durch den Jäger Orion. Um die Schwestern vor ihm zu schützen, griff Zeus ein: Er verwandelte sie in Tauben und versetzte sie als Sterne an den Himmel, wo sie bis heute sichtbar sind. Diese himmlische Transformation ist ein klassisches Beispiel für die Verbindung von Mythos und Naturphänomen: Die Sternengruppe wird zur ewigen Erinnerung an göttliches Eingreifen und weibliche Gemeinschaft. Gleichzeitig bleibt Orion als Sternbild am Himmel erhalten – scheinbar weiterhin auf der Jagd nach den Plejaden.

Die geheimnisvolle „unsichtbare“ siebte Schwester

Eine besonders bekannte Erzählung betrifft die Plejade Merope. Im Gegensatz zu ihren Schwestern, heiratete sie einen Sterblichen - nämlich den Frevler Sisyphos. Aus Scham darüber soll ihr Stern schwächer leuchten als die anderen – eine mythologische Erklärung dafür, warum oft nur sechs Sterne klar erkennbar sind.

Zwischen Wissenschaft und Mythos

Die Plejaden sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie frühe Kulturen den Nachthimmel interpretierten. Während die moderne Astronomie ihre physikalischen Eigenschaften erklärt, bewahrt die Mythologie ihre kulturelle und emotionale Bedeutung. Das Siebengestirn vereint somit zwei Perspektiven:

- Als astronomisches Objekt: Ein realer Sternhaufen, messbar und erforschbar

- Als mythologisches Symbol: Eine Geschichte von Verfolgung, Schutz und Unsterblichkeit

Fazit

Die Plejaden stehen sinnbildlich für die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Kosmos. Sie zeigen, wie Naturbeobachtung zur Grundlage von Geschichten wurde, die bis heute weitergegeben werden. Wir werden daran erinnert, dass ein Blick in die Sterne stets auch ein Blick in die menschliche Kulturgeschichte ist.

Zur Webseite mit vielen weiterführenden internen Links:

Das Siebengestirn der Plejaden in der griechischen Mythologie >>
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24. April 2026 | ID: 16931 | Artikel löschen |

Holger Fischer

Holger Fischer
Compesmühlenweg 129
41065 Mönchengladbach
Deutschland

webmaster@info-allerlei.de
https://www.mythologie-antike.com

Antike mit dem Schwerpunkt griechische Mythologie, so lautet mein Hobby. Darüber recherchiere ich seit einigen Jahren und deshalb konnte ich mich auf diesem Gebiet zum Experten entwickeln. Viele fundierte Beiträge habe ich zu diesem umfangreichen und spannenden Themenfeld publiziert.




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