Ninive: Die antike Stadt zwischen Mythos und Geschichte
Ninive
Die antike Stadt Ninive, eine der bedeutendsten Metropolen des alten Vorderasien, steht im Zentrum eines faszinierenden Spannungsfeldes aus biblischer Überlieferung, griechischer Mythologie und archäologischem Fund. Gelegen am linken Ufer des Tigris im heutigen Irak, war Ninive nicht nur die Hauptstadt des assyrischen Reiches, sondern auch ein Zentrum von Macht, Kultur und Religiosität. Ihre Geschichte reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, doch ihre legendäre Blütezeit begann mit der Gründung durch den mythischen Helden Ninos oder den biblischen König Nimrod.
Ninos: Der Gründer des ersten Großreichs
Laut altgriechischen und lateinischen Quellen, insbesondere dem antiken Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien, der auf Ktesias von Knidos zurückgreift, war Ninos der Sohn des Belos >> und Gründer der Stadt Ninive. Er gilt als Erbauer des ersten Großreichs der Weltgeschichte und soll innerhalb von 17 Jahren westliche Asien erobert haben. Mit seiner Gemahlin Semiramis, einer mächtigen Königin, die als Gottkönigin verehrt wurde, soll er Ninive zu einer der prächtigsten Städte der Antike gemacht haben. Nach der Überlieferung errichtete Semiramis ein gigantisches Mausoleum für Ninos in der Nähe Babylons, das als Grabmal des Helden gilt. Die Verbindung von Ninos mit Semiramis ist auch in der Tradition der „hängenden Gärten von Babylon“ verankert – einem der sieben Weltwunder.
Nimrod: Der biblische Städtebauer (AT)
In der biblischen Tradition wird die Stadt Ninive dagegen als Werk des Nimrod, des Sohnes des Ham und Enkels Noah, beschrieben. In 1. Mose 10,11–12 heißt es: „Aus jener Gegend ging er hervor und baute Ninive, Rehobot-Ir, Kalne und Resen.“ Nimrod wird als „erster Mächtige auf Erden“ bezeichnet und gilt als Gründer mehrerer großer Städte, darunter Babylon, Uruk und Akkad. Seine Herrschaft markiert nach der Sintflut >> den Beginn einer neuen menschlichen Epoche – und zugleich, laut spätantikem christlichen Autor Orosius, den Beginn der Kriegsführung und des menschlichen Niedergangs.
Ein Symbol der Zerstörung und der Buße
Obwohl die historische Existenz von Ninos als einzelne Persönlichkeit umstritten ist, wird die Stadt Ninive in der Bibel als Ort der prophetischen Mahnung und des göttlichen Gerichts dargestellt. Der Prophet Jona wurde beauftragt, die Bewohner Ninives zu warnen – und ihre Buße führte zur Rettung der Stadt. Doch 150 Jahre später verhängten die Propheten Nahum und Zefanja die Zerstörung Ninives: „Der Stadt des Blutvergießens wird es furchtbar ergehen!“ (Nahum 3,1). Im Jahr 612 v. Chr. wurde die Stadt durch Meder und Babylonier zerstört und nie wieder aufgebaut.
Archäologische Zeugnisse und Erbe
Die Entdeckung Ninives im 19. Jahrhundert durch Henry Layard und Paul-Émile Botta machte die Stadt zu einem Eckpfeiler der Assyrologie. Die Funde – darunter 22.000 Keilschrifttafeln aus dem Palastarchiv Assurbanipals und das Gilgamesch-Epos – belegen die historische Realität der Stadt. Heute erinnern das Nergal-Tor, die Ruinen des Palastes von Sanherib und das Grab Jonas in Nebi Jenus an die eindrucksvolle Vergangenheit.
Fazit
Ninive bleibt ein lebendiges Symbol: Ein Ort, an dem Mythos und Geschichte sich begegnen, wo der Held Ninos und der König Nimrod eine gemeinsame Legende schufen – und wo die Macht der Worte, der Buße und des Gerichts bis heute wirkt.
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Ninos, Gründer der sagenhaften Stadt Ninive >>
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09. Februar 2026 | ID: 15847 | Artikel löschen |
Holger Fischer
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